MuFA Mentoring 2026/27: Österreichs Musikszene sucht FLINTA* für Musikbusiness und Bühne
Das Mentoring-Programm des österreichischen Vereins MuFA – Musik Für Alle geht in die dritte Runde. Künstlerinnen und FLINTA*-Personen aus der österreichischen Musikszene können sich bis 16. November 2026 für ein sechsmonatiges Programm bewerben. Auf dem Programm stehen individuelle Gespräche mit erfahrenen Mentor*innen, Workshops, Branchenkontakte und praktische Einblicke in den Berufsalltag. Im Durchgang 2026/27 richtet sich ein besonderer Schwerpunkt an Menschen, die hinter der Bühne in Booking, Produktion, Labelarbeit und Management tätig sind.
Wer kann sich bewerben?
MuFA beschreibt den Aufruf als Angebot für FLINTA*-Personen ab 18 Jahren aus der österreichischen Musikszene. Die Abkürzung FLINTA* steht für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen sowie weitere Menschen, die unter diesem Begriff angesprochen werden. Künstlerische Genres sind ausdrücklich nicht begrenzt: Von Pop, Rock, Hip-Hop, Jazz, elektronischer Musik und experimentellen Formen bis zur klassischen Musik können unterschiedliche musikalische Biografien vertreten sein.
Bewerben können sich sowohl professionelle Musiker*innen als auch ambitionierte Nachwuchstalente und Berufstätige in weiteren Zweigen der Musikwirtschaft. Dazu zählen nach Angaben von MuFA zum Beispiel Labelarbeit, Booking, Management, Live-Produktion und Produktion. Es handelt sich ausdrücklich nicht nur um ein Vorsingen oder einen Instrumentalwettbewerb. Wer auf dem Weg zur selbstständigen beruflichen Tätigkeit konkrete Unterstützung bei Strategie, Netzwerken oder musikalischer Positionierung sucht, kann mit einem gut begründeten Vorhaben passende Anknüpfungspunkte finden.
Der Aufruf ist auf den österreichischen Musiksektor ausgerichtet. Auf der offiziellen Seite ist keine pauschale weltweite Teilnahmeberechtigung beschrieben. Personen mit Wohnsitz oder Tätigkeit außerhalb Österreichs sollten beim Verein vorab nachfragen, ob ihr beruflicher Bezug zum österreichischen Musikmarkt ausreicht und ob sie an den vorgesehenen Präsenzveranstaltungen teilnehmen können.
Bis zu 20 Plätze und ein neuer Fokus auf die Arbeit im Musikbusiness
Das österreichische Kulturministerium BMWKMS und MuFA sprechen von bis zu zwanzig verfügbaren Mentoring-Plätzen. Erstmals beziehungsweise verstärkt sind drei bis fünf Plätze für FLINTA*-Personen vorgesehen, deren Aufgaben in den wirtschaftlichen und organisatorischen Bereichen des Musiklebens liegen. Damit soll nicht allein die künstlerische Entwicklung gefördert werden: Auch diejenigen, die Veröffentlichungen planen, Konzerte vermitteln, Produktionen koordinieren oder Musikerkarrieren begleiten, erhalten Zugang zu einem strukturierten Entwicklungsrahmen.
Diese Unterscheidung ist für Bewerber*innen wichtig. Ein*e Musiker*in kann mit künstlerischen Arbeitsproben zeigen, wo die eigene Arbeit steht. Eine Person aus dem Management oder aus einem Label kann dagegen anhand konkreter Projekte, Branchenkenntnisse und beruflicher Ziele erläutern, welchen nächsten Schritt das Mentoring ermöglichen soll. Die Auswahl erfolgt durch erfahrene Branchenvertreter*innen und Musiker*innen aus dem Umfeld des Vereins.
Was beinhaltet die Begleitung?
Zum Kern gehören persönliche Treffen zwischen Mentor*in und Mentee, ergänzt durch MuFA-Masterclasses, Exkursionen und Netzwerktreffen. Für reguläre Mentoring-Plätze sieht die Ausschreibung zehn Stunden Begleitung durch Mentor*innen über die Programmlaufzeit vor; bei den gesondert bezeichneten Spotlight-Plätzen nennt sie fünf Stunden durch das Mentoring-Team. Die Workshops können in Zusammenarbeit mit Festivals, Institutionen, Unternehmen und dem Netzwerk der Mentor*innen stattfinden.
MuFA erwartet eine regelmäßige und verbindliche Teilnahme an den Workshops. Ein Mentoring-Platz sollte deshalb nicht wie ein ausschließlich digitales Einzelberatungsgespräch verstanden werden, das sich jederzeit nebenher absolvieren lässt. Interessierte sollten Arbeitszeiten, Reisewege und laufende Musikprojekte vor der Bewerbung mit den geplanten Veranstaltungsterminen abgleichen. Die Details zu den einzelnen Masterclasses und zu möglichen Zusatzangeboten finden sich in der aktuellen Terminsammlung auf der MuFA-Website.
Bewerbungsfrist und Kalender 2026/27
Die Ausschreibung wurde am 2. Oktober 2026 eröffnet. Bewerbungsende ist Montag, 16. November 2026. Die Entscheidung über die ausgewählten Teilnehmer*innen ist für den 18. Dezember 2026 vorgesehen. Die gemeinsame Auftaktveranstaltung beginnt am 8. Januar 2027; der Abschluss ist für den 17. Juni 2027 im Rahmen von MuFAlicious angekündigt. Insgesamt umfasst die Programmlaufzeit rund sechs Monate.
Der Weg vom Bewerbungsschluss bis zur Bekanntgabe ist verhältnismäßig kurz. Wer beim Mentoring teilnehmen möchte, sollte darum schon vor der Rückmeldung klären, ob der Januar-Auftakt und die wiederkehrenden Workshoptermine organisatorisch möglich sind. Die tatsächliche Zahl vergebener Plätze hängt vom Auswahlverfahren ab; zwanzig Plätze sind als Obergrenze kommuniziert, nicht als zugesicherte Aufnahmezahl.
Unterlagen für Musiker*innen und für Music-Business-Professionals
Die Bewerbung erfolgt mit dem auf der MuFA-Seite bereitgestellten Formular. Es soll unter anderem die bevorzugte Wunschmentor*in benannt werden. Zusätzlich wird ein Lebenslauf erwartet, der bisherige Stationen und Erfolge in der Musikbranche erkennbar macht. Künstlerisch tätige Bewerber*innen reichen bis zu zwei Audiodateien als Arbeitsproben ein. Bewerber*innen aus beruflichen Bereichen wie Booking, Management oder Labelarbeit präsentieren sich mit einem kurzen Video von ungefähr dreißig Sekunden, in dem sie ihre Tätigkeit und Motivation erklären.
Die Unterlagen werden laut Ausschreibung über den Kooperationspartner MPN (Musik Promotion Network) hochgeladen. MuFA verlinkt dafür eine Upload-Anleitung. Am besten prüft man frühzeitig, ob das eigene Nutzerkonto funktioniert und ob Audiodateien, Video und Formular nach der Übertragung tatsächlich vollständig vorliegen. Der Verein benennt mentoring@mufa.jetzt als Kontakt für Fragen zum Mentoring.
Kosten und Mitgliedschaft nicht verwechseln
Die MuFA-Website bewirbt zusätzlich eine Vereinsmitgliedschaft für 30 Euro pro Jahr. Diese Angabe betrifft die allgemeine Mitgliedschaft und ist nicht als ausgewiesene Bewerbungsgebühr für das Mentoring zu lesen. In der veröffentlichten Programmbeschreibung ist keine verpflichtende Teilnahmegebühr ausdrücklich genannt. Wer Kosten für Workshops, Reisen oder eine mögliche Mitgliedschaft klären muss, sollte daher direkt beim Veranstalter nachfragen und nichts ohne die aktuellen Teilnahmebedingungen voraussetzen.
Wie lässt sich eine überzeugende Bewerbung formulieren?
Besonders wichtig ist ein konkretes Entwicklungsziel. Musiker*innen können zum Beispiel beschreiben, ob sie ihre Bühnenpräsenz, ihr Profil als Produzent*in oder den Zugang zu professionellen Vertriebspartnern stärken wollen. Menschen aus dem Musikbusiness könnten erläutern, welche Fragen sie bei Vertragsarbeit, Tourplanung, Kommunikation, nachhaltigem Künstler*innenmanagement oder der eigenen beruflichen Positionierung bewegen. Je klarer der Ausgangspunkt und das gewünschte Ergebnis, desto sinnvoller lässt sich eine Mentoring-Partnerschaft gestalten.
Verweise auf frühere Musikveröffentlichungen, Liveprojekte oder organisatorische Aufgaben sollten zutreffend und nachvollziehbar sein. Persönliche Ziele und ein realistischer Plan für die sechsmonatige Teilnahme sind wichtiger als eine überlange Aufzählung von Namen. Wer noch am Anfang steht, kann ebenso erklären, welche Erfahrungen bereits vorhanden sind und warum professionelle Begleitung zum jetzigen Zeitpunkt hilfreich wäre.
Informationsstand 17. Oktober 2026. Die hier beschriebenen Termine und Bedingungen stammen aus den Veröffentlichungen von MuFA und dem österreichischen Kulturministerium. Vor dem Abschicken einer Bewerbung sind das aktuelle Formular, die datenschutzrechtlichen Hinweise und alle verbindlichen Teilnahmebedingungen auf den Originalseiten zu prüfen.

